Bahnbrechende Erkenntnisse in der Hamsterforschung

In der Corona-Krise gewinnt ein sonst wenig beachtetes Tier an Bedeutung: der Hamster. (Nein, er hat das Corona-Virus nicht übertragen.) Er geistert, hemmungslos seinem Hobby frönend, durch die Supermärkte, durch die Nachrichten und so mancher fragt sich, ob er tatsächlich den Hamster in sich entdeckt hat. War der Hamster bisher ein Tier, an dessen Domestizierung hauptsächlich Kinder Gefallen fanden, rückt er nun in den Fokus zahlreicher Forschungsstudien und beschäftigt Verhaltensforscher schon fast im Übermaß.

In einer zweiwöchigen Kurzzeitstudie gelang nun Forschern des renommierten Hamster-Forschungsinstituts (HFI) eine erste Klassifizierung in drei Kategorien:

  1. Der Superhamster
  2. Der vorausschauende Hamster
  3. Der Anti-Hamster        

Lassen Sie uns einen Blick auf die verschiedenen Hamstertypen, ihr Vorkommen und ihre spezifischen Eigenschaften werfen:

Der Superhamster hat besonders dicke Backen, in denen er alles Mögliche unterbringt: Klopapier, Nudeln, Mehl, Seife und Desinfektionsmittel. Er legt diese Vorräte auf gut Glück an und weiß eigentlich gar nicht so genau, warum. Obwohl wahre Rudel von Superhamstern in den letzten 14 Tagen über die einschlägig bekannten Supermärkte herfielen, ist der Superhamster ein Einzelkämpfer, verhält sich zwar solidarisch mit seinen Mithamstern, aber eben nur mit diesen. Seinen Bau bestückt er mit den genannten Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Der Superhamster fällt durch auffällige Pfoten-Hygiene und ausgeprägte Krallen auf.

Der vorausschauende Hamster handelt hingegen deutlich überlegter: Er legt Vorräte für zwei Wochen an, weil er nicht sicher ist, ob er vielleicht zwei Wochen in seinem Bau eingesperrt wird. Der vorausschauende Hamster zeigt in einer ersten statistischen Erfassung eine deutliche Affinität zum Hamstern einer überschaubaren Menge an Toilettenpapier, Trockenprodukten und individuell verschiedenen Lieblingsprodukten, bevorzugt aus dem Bereich Feinkost. Wie der Superhamster ist er aber keineswegs ein Rudeltier, sondern bevorzugt eine familiäre oder soziale Peergroup. Sein Nest baut er gerne aus Papierfetzen anspruchsvoller Magazine wie der Zeit. In freiwilliger Quarantäne dreht er selten am Hamsterrad, verfügt aber über sehr spezifische Redemittel, mithilfe derer er sein Leben mit einem „goldenen Käfig“ vergleichen kann.

Der Anti-Hamster hingegen hat sein Verhalten in den vergangenen zwei Wochen nicht modifiziert. Er hamstert nicht, nein, er legt sogar kaum Vorräte an, um seinen Mithamstern entgegenzukommen. Bei diesem Tier wurden besonders soziale Züge gemessen, auch wenn sein leicht genervtes Fiepen in sozialen Netzwerken unüberhörbar ist. Der Anti-Hamster bleibt freiwillig vier Wochen in seinem Bau und besucht gelegentlich, aber keinesfalls sonntags, den Baumarkt, um neue Bauteile für sein kreativ gestaltetes Hamsterrad zu erwerben.

Selbstverständlich musste das HFI Kritik wegen der kurzen Auswertungszeit hinnehmen, rechtfertigte jedoch seine Studie mit der hohen Anzahl an Probanden. In einer weiteren Studie wird sich zeigen, wie die Hamstertypen ihr Verhalten unter Androhung oder Durchführung von Sanktionen wie ausschließlicher Käfighaltung oder erzwungener Entleerung der Hamsterbacken ändern. Immer lautere Kritik üben mittlerweile die Verbände der Eichhörnchen, die ebenfalls für fleißige Vorratshaltung bekannt sind. Bislang gelang es Experten allerdings, unter Verweis auf deren Vergesslichkeit hinsichtlich der Lagerorte, die Forderung der Eichhörnchen nachhaltig zu unterdrücken. Zudem sei die Erforschung weiterer noch unbekannter Hamsterspezies ein aufwändiges und nur mit staatlicher Bezuschussung weiter zu betreibenden Vorhaben.

VR/29.03.2020

Ein Kommentar zu „Bahnbrechende Erkenntnisse in der Hamsterforschung“

  1. Ein Toller Beitrag!

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